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Südkurier, vom 27.10.2010
"Neue Härte statt Kuschelrock"
"Zuallererst eine Warnung: Wer das vierte Werk der Singener Band „Acoustical South“ als musikalische Untermalung für den Stehblues im schummrigen Partykeller auflegen will, wird wenig Freude damit haben. Sanfte Schmusesongs findet man auf „Escape to victory“ keine, angesagt ist kompromisslose Härte in den meisten der 13 gut arrangierten Rocksongs.
Schon beim Opener „Who wants to be free“ wird deutlich, welche neuen Pfade die Singener einschlagen.
Treibende Beats, wuchtige Gitarren, ein pumpender Bass – und über allem thront die charismatische Stimme von Sänger Michael „Rezzo“ Brauch, der in manchen Passagen singt, als ginge es um sein Leben. Auch „Your life's like suicide“ und „Help me out“ gehen nach vorne, bevor die Singener mit der Power-Ballade „Behind the scenes“ eine kurze Verschnaufpause einlegen.
Dass der neue Silberling von „Acoustical South“ trotz der dominierenden Härte nicht ermüdend wirkt, liegt vor allem am ausgefeilten Arrangement der Songs und dem vielseitigen Spiel des Gitarren-Duos Andreas Rosatti/René Müller.
Ob die hypnotische Gitarrenlinie in „Gone“, Rosattis blues-getränktes Steel-Guitar-Intro im Titelsong „Escape to victory“ oder die mächtige Riff-Wand im starken „Hate will last forever“ – die neue Härte wird dank dieser vielfältigen Zutaten nie langweilig und steht „Acoustical South“ sehr gut.
So gut, dass auch das überregionale Hard-Rock-Magazin „Metal Hammer“ auf die fünf Südbadener aufmerksam geworden ist und ihrer neuen CD in der Novemberausgabe eine durchaus wohlmeinende Kritik widmet.
Sogar musikalische Nähe zu den Chart-Stürmern von „Nickelback“ wird den Singenern da attestiert.
Ganz so massenkompatibel wie die US-Rocker, die 2006 nach den Rock-Legenden „Bon Jovi“ und den „Rolling Stones“ die erfolgreichste Band des Jahres waren, sind Brauch & Co. dann nun aber doch nicht – was allerdings, abgesehen von den Verkaufszahlen, kein Nachteil ist. Ecken und Kanten haben in der Rockmusik durchaus ihre Berechtigung. (mex)
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